Nike Winterlaufserie 2009. Heute die 15 Kilometer: Ein Schritt nach dem anderen. Laufen ist ein Kinderspiel. So ein dämlicher Irrtum!
Seit Mai 08 schleppe ich mich auf ungelenken Beinen hechelnd über Wald- und Wiesenwege. Immer dem Ziel entgegen. Aber welchem Ziel eigentlich? Gut, von den 94 Kilos bin ich runter. Das fiese Digitalding im Bad zeigt mittlerweile nur noch eine 86 an – Tendenz fallend. Die Fitness hat auch nicht gelitten. Drei Gehpausen während eines 4 km-Laufs, das ist lange her.
Neun Monate lang ging es nur bergauf. Also gefühlt eher bergab, mit dem Laufen meine ich. Heute aber der erste Rückschlag. Die 15 Kilometer in Duisburg waren die reinste Qual. Schlecht gefrühstückt? Mies geschlafen, oder vielleicht sogar falsch trainiert? Von allem etwas, denke ich.
15 Kilometer sind nicht meine Distanz. Erst dreimal gelaufen, mehr schlecht als recht. Knapp unter 1:30 Std. wollte ich dennoch schaffen. Eigentlich nicht unrealistisch, legt man die Zeiten an, die ich bei den 10 km-Trainingsläufen hinlege. Mindestens zweimal die Woche, immer unter einer Stunde. Vor vier Wochen bei der Winterlaufserie in Duisburg war ich nach 52:31 Minuten im Ziel. Eine 40er-Zeit sollte schon bald drin sein.
Aber was – was bitte schön – war das heute? Die ersten zehn Kilometer liefen lässig wie immer. 55:55 Minuten, 5:38 pro Kilometer, alles bestens. Kilometer elf ging auch noch, doch auf dem 13. kam der große Einbruch. Puste hatte ich noch genug, nur die Kraft in den Beinen fehlte. Dreimal Pause auf den letzten Metern – Wadenkrämpfe kurz vor dem Stadioneinlauf. Ein älterer Herr klopfte mir auf die Schulter, als er an mir vorbeizog: “Komm, nur noch die letzten Meter, die schaffst du noch.” Wie rührend! Nach 1:30:41 Std. endlich die Ziellinie. Anschließend hatte die charmante, mobile Tee-Ausgabe des Veranstalters reichlich zu tun. Warum sind die Becher eigentlich so klein?
Auf den ganzen Frust ging es nach dem Ausschwitzen direkt zum Pommes-Stand, hatte den ganzen Tag ja noch nix gegessen. Noch während sich die Fritten ihren Platz in meinem ausgelaugten Körper suchten, stellte sich mir eine bohrende Frage: Wie soll ich bloß den dritten Teil der Winterlaufserie hinter mich bringen? Den Halbmarathon am 28. März überlebe ich sicher nicht, wenn mir niemand sagen kann, was heute falsch gelaufen ist.
Garmin Forerunner 305 (Rubitrack-Auswertung)

Ergebnis:
1:30:41 Stunden
Platz: 1918
Platz Altersklasse M30: 146

Danke für den stimmungsvollen Bericht. Ich laufe so richtig engagiert erst seit einigen Wochen und mein Ziel ist es, auch mal an dem einen oder anderem Wettkampf teilzunehmen (d.h., mein großes Ziel ist der Berliner Halbmarathon im kommenden Frühjahr). Da hilft es mir sehr, von anderen Läufern zu lesen, dass sie sich auch mal so richtig durchbeißen zu müssen. Immer nur zu lesen, dass alles super lief, ist zwar nicht schlecht, hilft aber nicht in Situationen, in denen es bei einem selbst mal nicht so recht voran geht.
Wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen weiteren Läufen! Schade, dass es keinen Bericht vom angesprochenen Halbmarathon gibt. Bist Du den gelaufen?
Tja, danke erstmal für den netten Kommentar. Würde mich freuen, wenn Du öfter mal vorbeischaust. Zu Deiner Frage: Den Halbmarathon in Duisburg musste ich wegen einer Ermüdungsverletzung am Knie absagen. Mein zwischenzeitliches Tief habe ich aber überwunden. Erst heute habe ich einen Trainings-Halbmarathon in 2:05 geschafft. Tiefs sind unausweichlich. Bleib aber immer am Ball, es lohnt sich!!! Berichte zum Laufen auf meiner Seite folgen. Gruß Fippes